Samstag, 7. August 2010

neun monate südamerika - ein rückblick.

KOTTON ist wieder in berlin.. nach einer reise.. wow. erstmal ankommen. jetlag überwinden. kulturschock überstehen. deutsch lernen, schweizerdeutsch lernen – klarkommen.

ich bin nicht in der lage, die eindrücke welche ich über neun monate gesammelt habe, in knappe worte zu fassen. es war einfach zu unglaublich. auch kann ich die besten fotos meiner reise nicht ins netz laden – es sind zuviele.

nein, ich stelle mir eine collage aus meinen zigtausend fotos zusammen. station für station. ein paradies nach dem anderen. in einem langen fotostrang rückwärts von panamá über colombia..


KOTTON in panamá und colombia, kurz vor abreise. großansicht nach klick.

..über brasil, uruguay, argentina, bolivia, peru, chile bis zum startpunkt argentina. so kann ich meine komplette reise nochmals revue passieren lassen, fotos aussuchen und die gesammelten eindrücke eines jeden ortes zu meinem kleinen privaten paradies zusammenfassen. immer wieder kommt neues dazu, immer wieder wird vorhandenes verbessert.

ich machs mir einfach und halte mich frech-kurz; meine persönlichen topländer sind colombia, argentina und brasil.
zu einem land möchte ich allerdings etwas mehr schreiben, ein land mit einem alten klischee..


kaffee, drogen, paramilitärs, farc und krieg. das kennt man so. und dann ist da ja noch venezuela daneben. meine eltern waren besorgt. ich angespannt aber interessiert. auf der straße fällt mir eine gebrannte mp3CD ins auge mit osama bin ladens foto darauf abgebildet. auch der noch, denke ich mir. das foto ist zurechtgezerrt damit er auch ordentlich auf das cover passt, das ganze in einer druckqualität eines anderen planeten – ich kaufe sie mir der hübschen verkäuferin wegen. der polizist neben mir empfiehlt mir noch 8 weitere ansprechende CDs mit jeweils 150 mp3s drauf, klasse. »osama bin laden« heißt also der erste track, ist ein typisch colombianischer vallenato.. ich höre ihn mir an.. wow.. bienvenido en colombia!


ich habe mich zweieinhalb monate in colombia aufgehalten –
so lange wie in keinem anderen südamerikanischen land. und das hat seinen grund; die gastfreundschaft und die stimmung generell in südamerika ist wirklich traumhaft, in colombia allerdings ist sie absolut überwältigend. absolut.


grundsätzlich ist in colombia jeder ein »amigo«, also ein freund – egal ob fruchtsaftverkäuferin, polizist, obdachloser oder älterer herr, alle sind sie deine amigos und so spricht man sie auch an. und genauso habe ich mich in colombia gefühlt – ich habe freunde besucht, bei freunden von freunden und wiederum bei deren freunden übernachtet.. »mein haus ist dein haus« kann einfach wörtlich genommen werden, es ist für sie eine selbstverständlichkeit.


die colombianer sind generell unglaublich interessiert an leuten anderer herkunft, wildfremde zeigen dir oft mit großem stolz die schönsten plätze in ihrer umgebung, sie besitzen eine beneidenswerte geduld für momente deines spanisch-verlusts, tanzen gerne, immer, increible und mit passion. über die natur und tierwelt muß man nicht viel schreiben, sie ist einfach atemberaubend..


langer text, kurzer sinn. colombia ist klasse. und je nach sichtweise genauso sicher oder unsicher wie die meisten anderen staaten in südamerika. es gibt ohne zweifel einzelne regionen die ziemlich brenzlig sind, regionen, in die man aber auch einfach nicht fährt da man von den gefahren weiß bzw. ein amigo dich darüber informiert. und wer pech hat, hat pech. ich hatte es in argentinien und wurde mit allem dazugehörigen auf der straße ausgeraubt, das kann einem theoretisch also überall passieren.


ich habe unbewusst und bewusst so unglaublich viel positive energie aus colombia geschöpft (nicht zuletzt aus deren musik).. das macht mich sehr glücklich und ich hoffe, sie hält noch lange an. um eines bin ich mir sicher: colombia wird in wenigen jahren sehr weit oben auf den reiseplänen vieler stehen – und das freut mich für jeden einzelnen dieser warmen menschen.


wieder zurück in deutschland, direkt schon im flughafenbus, hatte ich – ich nenne es mal – ein bißchen pech. frau mit kinderwagen steigt ein, rempelt einen mann. mann schreit frau an, frau schreit also mann an. busfahrerin schreit ins mikrofon, frau stehe in der automatischen tür. irgendwann schließt auch die moderne automatische tür, und der fröhliche partybus konnte weiterfahren.
an meiner wohnung in friedrichshain angekommen begrüßt mich meine bezaubernde nachbarin unter mir mit der frage, ob ich eine haftpflicht habe. ob es ihr gut gehe, frage ich sie. oder ob ich eine hausratsversicherung besitze. ich denke nach, ich habs vergessen. ich höre noch die worte »viel regen«, »grill auf balkon«, »grill verstopft abfluss«, »überall wasser« und »teuer«. ich blicke nichts. ich grille gern. und blicke bei dem gedanken an argentinisches rindfleisch in ein gesicht wie ich es mindestens neun monate nicht mehr gesehen habe. sie verläßt das haus, ein hipper typ mit moderner frisur läuft an ihr vorbei. ich gehe hoch und höre mir meinen neu erworbenen osamatrack an – und lehne mich zurück. die welt ist gut!


einzigartiger sonnenuntergang im amazonas, colombia.

nun heißt es bald wieder siebdrucken. yeah. ideen sind im überfluss vorhanden. der onlineshop wird demnächst aktualisiert, viele größen sind leider ausverkauft. vielen dank an die unkomplizierten KOTTONkunden denen wir oft mitteilen mussten, dass das bestellte shirt nicht mehr vorhanden ist, ihr seid die besten.



www.kotton.de

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